Ich gebe es zu, hier ist auch nicht alles rosarot! Genauer gesagt habe ich letzten Mittwoch sehensüchtig den startenden Flugzeugen hinterhergeschaut und wäre am liebsten selbst ins nächste nach Deutschland (bzw. zumindest erstmal nach Oslo, Direktflüge nach Deutschland gibts hier nicht ;)) gestiegen. Die Arbeit ist nicht ganz so toll, wie erhofft, was zum Teil an Sprachschwierigkeiten liegt, aber nicht nur. Eis und Schnee bis Anfang Mai? Weiß ich auch nicht, ob ich das brauche. Außerdem ist Tromsø glaube ich nicht die Stadt, wo ich mein Leben lang wohnen könnte. Aber gut, ein Leben lang… das ist im Moment allgemein schwer vorzustellen. Aber ich meine auch, dass Tromsø wohl nicht die Stadt ist, wo ich mehrere Jahre leben könnte. Versteht mich nicht falsch, Tromsø ist eine echt schöne Stadt und einen Besuch empfehle ich euch auf jeden Fall! Ich kann auch verstehen, wieso viele Leute die Stadt lieben. Aber zum dauerhaften Wohnen ist es mir glaube ich auch zu „abgeschnitten“ vom Rest der Welt (oder auch vom Rest Norwegens) und zu klein. Ja, zu klein. Das aus meinem Mund, wo ich doch eigentlich kleinere Städte lieber mag als große Metropolen. Aber ich glaube mein perfekter Wohnort ist wohl eine kleinere Stadt/Gemeinde, die ein Vorort einer Großstadt ist.

Definitiv keine hässliche Stadt - Tromso von oben

Definitiv keine hässliche Stadt – Tromso von oben

Und dann ist natürlich alles noch so unglaublich teuer. Das war zwar keine Überraschung und hat mich daher auch nicht mehr total schockiert, aber „im Hintergrund“ nervt es schon Unmengen für zum Beispiel Obst und Gemüse von schlechter Qualität auszugeben. Wofür man in Deutschland locker Bioqualität bekommen würde… Aber einen Vorteil hat es: Ich wollte sowieso schon lange mehr auf Qualität anstatt Quantität achten. Wenn ich wieder aus Norwegen zurückkomme, wird mir das sicherlich nicht mehr so schwer fallen, da die Bioprodukte in Deutschland zum Großteil wirklich günstiger sind als das konventionelle Zeug hier in Norwegen. Nur die Blaubeeren werde ich vermissen! Ich liebe Blaubeeren <3 Und die gibt es hier eingefroren (selbst für deutsche Verhältnisse) supergünstig! Also wird es die nächste Zeit viiiiiiele Blaubeeren geben! Nachdem ich die anstrengende Suche nach einer Saftpresse (einer ganz einfachen, nicht elektrisch oder sonstwas) überstanden habe (wieso ist es hier so schwer eine Saftpresse zu finden?!), gibt es nun jeden Morgen einen Orangen-Blaubeer-Smoothie (manchmal auch noch mit Äpfeln) :)

Blaubeermuesli zum Frühstück

Ein guter Start in den Tag: Tee & viiiiele Blaubeeren mit etwas Muesli :)

Ansonsten bin ich froh, das ich mein Praktikum und mein Auslandssemester getauscht habe: Das heißt er nach Lettland und dann nach Norwegen. Denn 24 Stunden Dunkelheit von November bis Januar sind wahrscheinlich nichts für mich, auch wenn ich anfangs mal dachte „Ach, das wäre ja ein Erlebnis“. Na ja… ich glaube mittlerweile, dass ich auf das Erlebnis doch verzichten kann. Ein paar Tage okay, aber keine Wochen oder gar Monate ;)

Sonneuntergang in Tromso

Zum Glück geht seit Ende Januar die Sonne wieder auf und unter!

Nach vielen Schnee-, Regen- oder einfach nur grauen Tagen habe ich mich total über letzten Sonntag gefreut: Strahlender Sonnenschein, superklare Sicht! Endlich ein Tag an dem es sich lohnt die Seilbahn zum nahegelegenen Berg „Storsteinen“ zu benutzen :) Dort war es wirklich wunderschön und das war echt ein Moment, wo ich sehr glücklich war hier zu sein! Bilder sagen da aber mehr als tausend Worte…

Mit der Gondel ging es auf den Berg in Tromso

Mit dieser süßen Gondel ging es hoch nach oben

Ausblick über Tromso und die Region

Eingeschneiter Spielplatz in Tromso

Dieser Spielplatz ist wohl eine Weile eher weniger benutzbar…

Übrigens: Auch wenn ich es eigentlich hasse täglich Berge laufen zu müssen, mein Arbeitsweg ist echt schön und jeden Tag genieße ich den Ausblick ❤ Oben rechts seht ihr übrigens den Storsteinen, also den Berg von dem die Fotos sind :)

Arbeitsweg in Tromso

Ich bin gespannt was die nächsten Wochen noch bringen werden, im Moment bin ich einfach noch nicht richtig angekommen, denke ich. Aber wer ist das schon nach 2,5 Wochen? Und geht das überhaupt in vier Monaten? Auch das ist keine lange Zeit… Ich werde es sehen.

Ganz liebe Grüße aus Norwegen,
Vanessa

PS: Keine Sorge, ich habe nicht vor nur noch über mich & mein Leben zu schreiben. Rezepte, Reiseberichte & Tipps wird es natürlich weiterhin geben. Nur jetzt hatte ich gerade erstmal das Gefühl meine ersten Eindrücke „auf Papier“ bringen zu müssen.

Vanessa

Vanessa

Ich bin 22 Jahre alt, Bloggerin, Veganerin, Reisende, Studentin, angehende Bibliothekarin, Koch- & Backsüchtige und mag seltsame Dinge, zum Beispiel durch ausländische Supermärkte laufen. Auf meinem Blog berichte ich euch von all diesen Dingen :)
Vanessa

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